Welche Fehler werden bei CRM-Projekten in der Realität gemacht?
Ein mittelständisches Unternehmen aus dem Maschinenbau investiert sechsstellige Beträge in ein neues CRM-System. Der Vertrieb soll dadurch effizienter werden und der Kundenservice schneller sowie gezielter agieren können. So weit so gut. Doch Monate nach dem Go-Live des CRM-Projekts folgt die Ernüchterung.
Zu wenige Mitarbeiter nutzen das CRM-System strategisch, die Datenqualität ist schlecht und die Teams greifen in ihrer Frustration stattdessen wieder auf ihre alten Excel-Listen und Word-Dokumente zurück. Was als wichtiger Schritt der digitalen Transformation geplant war, endete in einer digitalen Sackgasse.
Ein Einzelfall? Leider nicht. In der Realität scheitern zahlreiche CRM-Projekte nicht an der Software, sondern an Fehlern in der Umsetzung, die durch eine strategische zielorientierte Herangehensweise hätten vermieden werden können.
Mangelnde Kommunikation, lückenhafte Planung und Strategie, überhöhte Erwartungen oder auch einfach fehlende Vorbereitung der Mitarbeiter. Jedes CRM-Projekt ist einzigartig. Und ebenso einzigartig sind die Fehler, die während einer Implementierung gemacht werden können.
Fehler #1: Unklare Zielsetzung, fehlende Strategie
Das Unternehmen entscheidet sich für ein neues CRM-System und die Mitarbeitenden sind begeistert von dieser Idee. Schließlich würde so vieles vereinfacht und digitalisiert werden, oder?
Der Start des CRM-Projekts wird organisiert und die neue Software ausgewählt. Was genau das Ziel mit einem neuen System ist, bleibt dennoch unklar. Die unweigerliche Folge: Die Nutzer:innen sind verwirrt, die Geschäftsführung ist unzufrieden und das CRM-System wird nicht genutzt.
Viele CRM-Projekte scheitern also schon, bevor sie überhaupt begonnen haben. Statt der klaren Überlegung, warum und wofür das neue CRM-System gebraucht wird, überwiegt der Gedanke, dass man “eben ein neues braucht”. Auf der Strecke bleiben dabei klare KPIs. Was soll in 6 oder 12 Monaten besser sein?
Die Folge: Das CRM wird kaum genutzt, die Mitarbeitenden verstehen nicht den Nutzen, denn es erleichtert Ihre Arbeit kaum. Zusätzlich sinkt vonseiten der Geschäftsführung das Vertrauen in das CRM-Projekt, schließlich bleiben die Ergebnisse aus. Auch spätere Nachbesserungen und nachgeholte Schulungen werden am Ende teurer sein, als eine saubere Zielsetzung und Strategie zu Beginn.
Fehler #2: Mangelnde Kommunikation
Monate vergehen bei der Umsetzung des CRM-Projekts. Das verantwortliche Team arbeitet hart. Allerdings ohne die Einbindung von Vertrieb und Marketing. Niemand weiß genau, was eigentlich entsteht.
Die erste Schulung. Die ersten fragenden Blicke. “Was soll ich damit anfangen?” ist eine Frage, die sich jetzt zahlreiche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stellen. Denn niemand fühlt sich abgeholt. Denn auch wenn ein abteilungsübergreifendes Projekt das Feedback von allen Beteiligten benötigt, wird die Kommunikation oftmals nicht priorisiert mit verheerenden Folgen für das ganze CRM-Projekt.
Mangelnde Kommunikation ist ein vermeidbarer Fehler in CRM-Projekten, führt allerdings nicht nur zu einer geringeren Identifikation mit dem Projekt seitens Ihrer Mitarbeiter. Im schlimmsten Fall fehlt das Verständnis für die neuen Prozesse, was zu fehlerhafter Nutzung und Frustration führt.
Fehler #3: Falsches CRM-System
Auch wenn es wie ein unwahrscheinlicher Fehler in CRM-Projekten erscheint, wird von Unternehmen oft schlicht und ergreifend das falsche System gewählt. Wenn sich lediglich auf schöne Demos statt auf die realen Use Cases des CRM-Systems fokussiert wird oder die Endnutzer nicht in die Entscheidung mit einfließen, ist die falsche Entscheidung schneller getroffen als man denkt.
Ein solcher Fehler in einem CRM-Projekt senkt nicht nur die Nutzerakzeptanz, sondern kann zu unvorhergesehenen Kosten führen. Anpassungen, Workarounds oder im schlimmsten Fall sogar ein weiterer Systemwechsel stellen Unternehmen vor hohe, aber vermeidbare Kosten.
Denn die CRM-Auswahl ist kein reiner Softwarekauf. Es ist ein strategischer Prozess, bei dem Bedarf, Use Cases, Nutzeranforderungen und mehr mit dem abgeglichen werden müssen, was das CRM-System tatsächlich kann – und nicht das, was ein Demovideo zeigt. Oftmals ist nicht die Lösung mit den meisten Funktionen die beste Wahl, sondern die, die auch zum Unternehmen passt.
Cloud-Systeme wie Salesforce bieten hier oftmals ein umfangreicheres Angebot als die Konkurrenz, sodass für jeden Bereich eine passende Lösung gefunden werden kann – egal ob für den Vertrieb, das Marketing oder den Kundenservice.
Fehler #4: Fehlendes Change Management
Was haben all diese Fehler in CRM-Projekten gemeinsam? Es fehlt das richtige Change Management. Doch was bedeutet schlechtes Change Management?
- Neue Systeme bringen neue Prozesse, aber diese werden nicht richtig etabliert
- Mitarbeitende werden vom Wandel “überrollt”, anstatt zielführend vorbereitet
- Keine gezielte Begleitung durch Trainings, Kommunikation und Motivation
- Führungskräfte unterstützen den Wandel nicht aktiv oder nur im Stillen
- Daten werden nicht geprüft und blind übernommen
Ein gutes Change Management ist also kein “Add-on” oder “nice-to-have”, sondern ein elementarer Bestandteil, damit CRM-Projekte nicht scheitern. Schlussendlich geht es nicht darum, eine neue Software einzuführen, sondern Arbeitsweisen und Prozesse zu verändern und zu optimieren. Möglich ist dies allerdings nur mit optimaler Vorbereitung und Durchführung.